Riihimäki glass

Glasdecken-Durchbrecherinnen: Wie Riihimäkis Designerinnen die Zukunft gestalteten

Wenn ich durch alte Fabrikhallen spaziere, stelle ich mir gerne vor, ich wäre in den 1960er Jahren in Riihimäki, inmitten des Summens der Glasbläser und Regalen voller farbiger Vasen. Bei Riihimäen Lasi geschah etwas still und leise Radikales: Die meisten kreativen Köpfe, die den Stil der Fabrik prägten, waren Frauen. Es war nicht nur eine Nische, diese Frauen waren, so glaube ich, einige der ersten Designerinnen, die weltweit eine solche Spur in der Glasherstellung hinterließen.

Ein Wendepunkt nach dem Krieg

Die Glasherstellung war seit 1910 Teil der Stadt. Doch die Nachkriegszeit brachte einen Wandel. 1949 stießen Helena Tynell und Nanny Still zum Kern-Designteam. Ihre Ankunft markierte einen Wendepunkt. Kurz darauf, 1959, kam Tamara Aladin an Bord, gefolgt von weiteren. Diese Frauen waren keine Assistentinnen, sondern wurden als leitende Designerinnen benannt, die die Ästhetik von allem prägten, was die Fabrik verließ.

Ikonische Kollektionen gestalten

Helenas „Sun Bottle“-Serie, diese schweren gelben Uran-, grasgrünen, klaren Glasvasen, wurden sofort zu Klassikern und wurden jahrelang produziert. Nanny Still beeindruckte mit kühnen geometrischen Ausschnitten und verspielten Farben, wie ihr „Harlekiini“-Geschirr, das 1958 Konventionen brach. Dann kam Tamara mit auffälligen Formen wie „Carmen“, „Cleopatra“ und „Tornado“, deren skulpturale Silhouetten sich in den 1960er und 1970er Jahren abhoben.

Stille Revolution in einer Glashütte

Man könnte leicht meinen, dies sei ein kleiner Glücksfall gewesen. Doch die Wahrheit ist wohlüberlegter. Riihimäki veranstaltete offene Wettbewerbe und investierte in junge Talente, anstatt sich auf eine Handvoll männlicher Meister zu verlassen. Die konsequente Ernennung von Frauen gab dem Ort einen anderen Puls. Sie verwoben finnische Naturelemente und modernistische Einfachheit zu Glaswaren, die sich sowohl weich als auch kühn, funktional und ausdrucksstark anfühlten.

Warum es heute wichtig ist

Rückblickend sehe ich eine Fabrik, die Frauen lange bevor es normal wurde, Führungsrollen im Design anvertraute. Ihre Stücke sind nicht nur Sammlerobjekte, sondern Teil einer langsamen Bewegung hin zu mehr Gleichheit im Handwerk. Obwohl die ursprüngliche Fabrik 1990 geschlossen wurde, inspiriert die Arbeit von Tynell, Still und Aladin weiterhin nicht nur als Designobjekte, sondern auch als Erinnerung daran, dass Veränderungen an bescheidenen Orten, leise, aber entschieden, geschehen können.

Immer noch Geschichten erzählen

Heute durchqueren Besucher des Finnischen Glasmuseums einen Raum, der einst Teil der Glashütte war, in der diese Frauen ihre kreativen Karrieren gestalteten. Das Museum beherbergt Vasen, Flaschen und Schalen, die mit Stimmen aus der Vergangenheit zu leuchten scheinen, ein Beweis dafür, dass Riihimäki mehr als eine Fabrik war: Es war eine Bühne für frühe weibliche Designführerschaft.

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