Kategorie: Göran Hongell

Hans Göran Andreas Hongell (1902–1973) wurde in Helsinki geboren und absolvierte in den frühen 1920er Jahren eine Ausbildung zum Dekorationsmaler. Zusammen mit dem Künstler Gunnar Forsström betrieb er ein Atelier, das Plakate und Dekorationsarbeiten herstellte. 1932 schrieb Hongell Geschichte, als er als erster Designer von einer finnischen Glashütte, Karhula-Iittala, fest angestellt wurde und damit eine neue Ära im finnischen Industriedesign einleitete.

Die Gestaltung finnischen Glases

Anfangs verfeinerte Hongell bestehende Haushaltswaren, indem er Formen, Proportionen und Bodenmuster modifizierte, um die Produktion zu erleichtern. Sein Durchbruch gelang ihm mit skulpturalen Stücken wie dem „Hongellin Hattu“ von 1941 und den Pressglass-Sets Silko, Säde und Maininki von 1936–37, die markante Beispiele seiner modernistischen Vision waren.

Die Aarne-Kollektion

Seine vielleicht bekannteste Errungenschaft war Aarne, die 1948 eingeführt wurde. Diese Serie mundgeblasener Stielgläser zeichnete sich durch schlanke Profile und eine einstufige Fußherstellung aus. Sie gewann 1954 die Goldmedaille auf der Mailänder Triennale und wurde bis 1969 bei Karhula und später bei Iittala produziert, mit einer Wiederbelebung im Jahr 1981. Heute sind Stücke von Aarne im MoMA und im Met vertreten.

Kollaborative Handwerkskunst

Hongell überbrückte Design und Produktion, indem er sich regelmäßig mit Glasbläsern beriet: Er teilte Skizzen und experimentierte mit Farben und Texturen. Sein Ansatz führte zu Innovationen in den Glasbläsereitechniken und zur Erweiterung der Farbpalette bei Karhula-Iittala.

Vermächtnis & Einfluss

Hongells Vision, der bis Ende der 1950er Jahre als künstlerischer Leiter bei Karhula-Iittala blieb, prägte das finnische Geschirrdesign. Werke wie Aarne, Silko und Hongellin Hattu werden für ihre Formklarheit und funktionale Eleganz bewundert, die Kennzeichen des skandinavischen Glases der Jahrhundertmitte sind.